Windows 10 Support-Ende: Was Sie jetzt tun sollten
Windows-Lizenzen · 9 Min. Lesezeit · aktualisiert am 08. August 2026 · von Maximilian Heim
Microsoft hat den Support für Windows 10 beendet. Wir erklären, was das konkret bedeutet, welche drei Wege Ihnen offenstehen und wie Sie den Umstieg günstig gestalten.
Seit dem 14. Oktober 2025 erhält Windows 10 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Der Rechner läuft weiter – aber jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Was viele nicht wissen: Sie haben mehr als eine Option, und nicht jede kostet Geld. Wir gehen die drei realistischen Wege durch und sagen ehrlich, für wen sich welcher lohnt.
Was bedeutet das Support-Ende konkret?
Windows 10 funktioniert nach dem Stichtag normal weiter. Es gibt keine Abschaltung und keinen Zwang zum Wechsel. Was wegfällt, sind die monatlichen Sicherheitsupdates – und genau die sind der Schutzwall gegen Schadsoftware. Banken-Trojaner und Erpressungssoftware zielen bevorzugt auf Systeme, deren Lücken dokumentiert, aber nicht mehr gestopft werden.
Das fällt seit Oktober 2025 weg:
- Monatliche Sicherheitsupdates über Windows Update
- Fehlerbehebungen und Stabilitätspatches
- Technischer Support durch Microsoft
- Aktualisierungen für den integrierten Defender-Virenschutz gibt es noch eine Zeit lang weiter – aber nicht dauerhaft
Weg 1: Kostenloses Upgrade auf Windows 11
Erfüllt Ihr PC die Systemanforderungen (TPM 2.0, unterstützter Prozessor), ist das Upgrade auf Windows 11 weiterhin kostenlos – die Windows-10-Lizenz wird übernommen. Das ist für die meisten der beste Weg: keine Kosten, weiter volle Updates.
So prüfen Sie in zwei Minuten, ob Ihr PC bereit ist:
- Einstellungen → Windows Update: wird das Upgrade angeboten?
- Microsoft-App „PC-Integritätsprüfung“ ausführen
- Bei „TPM fehlt“: im BIOS nachsehen – oft ist TPM nur deaktiviert (Stichwort fTPM oder PTT)
Weg 2: Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU)
Microsoft bietet Privatnutzern erstmals ein offizielles Verlängerungsprogramm: ein Jahr zusätzliche Sicherheitsupdates. Die Verlängerung eignet sich als Brücke – etwa wenn ein Neukauf ohnehin geplant ist, aber nicht sofort. Eine Dauerlösung ist sie nicht: nach Ablauf stehen Sie vor derselben Entscheidung, nur ein Jahr später.
Weg 3: Neuer PC oder neue Lizenz
Scheitert das Upgrade an der Hardware, bleibt die Wahl zwischen einem neuen Gerät und – bei selbstgebauten oder aufrüstbaren PCs – einer neuen Windows-11-Lizenz nach Hardware-Tausch. Eine Windows-11-Lizenz ist bei seriösen Händlern deutlich unter dem Microsoft-Listenpreis zu bekommen; worauf Sie dabei achten sollten, erklärt unser Ratgeber zu seriösen Lizenz-Käufen.
| Option | Kosten | Geeignet für |
|---|---|---|
| Upgrade auf Windows 11 | kostenlos | PCs, die die Anforderungen erfüllen |
| ESU-Verlängerung | einmalig, ca. 30 US-Dollar | Übergangsjahr bis zum geplanten Neukauf |
| Neue Lizenz nach Aufrüstung | ab ca. 15–50 € | Selbstbauer, aufrüstbare PCs |
| Neuer PC | ab ca. 400 € | Geräte älter als 8–10 Jahre |
Was wir NICHT empfehlen
- Windows 10 dauerhaft ohne Updates weiterbetreiben und damit Online-Banking oder Einkäufe erledigen
- Inoffizielle Registry-Tricks, um Windows 11 auf klar inkompatibler Hardware zu erzwingen – Updates sind dann nicht garantiert
- Gebrauchte „Windows 11 inklusive“-PCs ohne nachvollziehbare Lizenzangabe
Sie brauchen eine Windows-11-Lizenz für den Umstieg?
Windows-11-Lizenzen im Vergleich ansehen
Häufige Fragen
Kann ich Windows 10 nach dem Support-Ende weiter benutzen?
Ja, das System läuft normal weiter. Es erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr. Für einen Offline-Rechner ist das vertretbar, für Online-Banking, E-Mail und Einkäufe raten wir davon ab.
Ist das Upgrade auf Windows 11 wirklich noch kostenlos?
Ja. Erfüllt der PC die Systemanforderungen, wird die vorhandene Windows-10-Lizenz beim Upgrade übernommen. Kosten entstehen nur, wenn neue Hardware oder eine neue Lizenz nötig ist.
Was ist das ESU-Programm?
Extended Security Updates: ein kostenpflichtiges Verlängerungsprogramm von Microsoft, das Windows 10 ein weiteres Jahr mit Sicherheitsupdates versorgt. Gedacht als Brücke, nicht als Dauerlösung.
Mein PC hat kein TPM 2.0 – ist er damit wertlos?
Oft nicht. Bei vielen PCs ab etwa 2016 ist TPM in Form von fTPM (AMD) oder PTT (Intel) vorhanden, aber im BIOS deaktiviert. Ein Blick in die BIOS-Einstellungen lohnt sich, bevor Sie neue Hardware kaufen.