Roaming-Regeln verstehen: Was in EU und Drittländern gilt

Mobilfunk-Tarife · 9 Min. Lesezeit · aktualisiert am 08. August 2026 · von Maximilian Heim

In der EU gilt „Roam like at home“ – aber es gibt Ausnahmen, und außerhalb der EU wird es schnell teuer. So bleiben die Handykosten im Urlaub unter Kontrolle.

Seit 2017 surfen und telefonieren Sie in der EU zum Heimatpreis – das regelt die Roaming-Verordnung, aktuell verlängert bis 2032. Klingt nach „nichts zu beachten“, hat aber drei Haken: Fair-Use-Grenzen beim Datenvolumen, Länder, die sich europäisch anfühlen, aber nicht dazugehören, und die Kostenfalle auf Fähren und in Flugzeugen.

Was „Roam like at home“ wirklich abdeckt

In allen EU-Ländern plus Island, Liechtenstein und Norwegen nutzen Sie Ihren Tarif wie zu Hause: Telefonate, SMS und Daten zum Inlandspreis. Anrufe aus Deutschland in ein anderes EU-Land sind dagegen KEIN Roaming – dafür gelten Auslandstarife, die teurer sein können als das Telefonieren vor Ort.

Die drei wichtigsten Ausnahmen:

Die Fair-Use-Grenze beim Datenvolumen

Bei sehr günstigen Tarifen mit großem Datenpaket dürfen Anbieter das Roaming-Volumen begrenzen. Die Grenze errechnet sich aus dem Tarifpreis und muss Ihnen transparent mitgeteilt werden – ein Blick in die Produktinformation vor der Reise lohnt sich. Oberhalb der Grenze fällt ein kleiner Aufpreis pro GB an, kein Fantasiepreis.

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Häufige Fragen

Was kostet Roaming in der EU?

Für normales Nutzungsverhalten nichts extra – es gilt der Heimatpreis. Bei Tarifen mit sehr großem oder unbegrenztem Datenvolumen kann eine Fair-Use-Grenze greifen; darüber fällt ein regulierter, kleiner Aufpreis pro GB an.

In welchen Ländern gilt EU-Roaming?

Die Regel gilt in allen EU-Ländern sowie zusätzlich in Island, Liechtenstein und Norwegen. Dort nutzen Sie Telefonie, SMS und Daten zum Inlandspreis. Nicht dazu gehören die Schweiz und das Vereinigte Königreich – viele deutsche Tarife schließen die Schweiz freiwillig ein, verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht. Länder wie die Türkei, Ägypten, die USA oder Thailand haben eigene, teils deutlich höhere Preislisten.

Warum ist Roaming außerhalb der EU so teuer?

Weil die EU-Roaming-Verordnung dort schlicht nicht greift und jeder Anbieter seine eigenen Auslandspreise festlegen darf. Ohne Vorbereitung zahlen Sie deshalb pro Megabyte statt zum Heimatpreis. Günstiger fahren Sie mit einem Reise-Pass Ihres Anbieters, einer lokalen eSIM für längere Aufenthalte oder indem Sie das mobile Roaming ganz deaktivieren und nur WLAN nutzen.

Gehört die Schweiz zum EU-Roaming?

Nein. Viele deutsche Tarife behandeln die Schweiz freiwillig wie EU – aber das ist Kulanz des Anbieters, keine Pflicht. Vor der Reise in den Tarifdetails prüfen, sonst drohen echte Auslandspreise.

Warum ist Roaming auf der Fähre so teuer?

Auf See verbindet sich das Handy mit Satellitennetzen an Bord, die nicht unter die EU-Verordnung fallen. Dort kostet ein MB teils mehrere Euro. Flugmodus einschalten, sobald das Landnetz verschwindet, und das Bord-WLAN nutzen.

Was ist der Kostenairbag beim Roaming?

Eine EU-weit vorgeschriebene Schutzgrenze: Bei 59,50 € Datenkosten im Ausland wird die Verbindung gestoppt, bis Sie aktiv zustimmen. Er schützt vor den ganz großen Rechnungen – nicht vor mittleren. Verlassen Sie sich nicht allein darauf.

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