Stromverbrauch von Router und Netzwerk: Wie viel Watt wirklich?
Router & Netzwerk · 8 Min. Lesezeit · aktualisiert am 09. August 2026 · von Maximilian Heim
Router, Repeater, Mesh und NAS laufen rund um die Uhr. Welche Größenordnungen realistisch sind, wie Sie daraus Jahreskosten überschlagen und wo Sparen sich lohnt – und wo nicht.
Der Router ist eines der wenigen Geräte im Haushalt, das nie ausgeschaltet wird. Er läuft an allen Tagen im Jahr, Tag und Nacht, und meist kommen noch Repeater, ein Mesh-Knoten, vielleicht eine Netzwerkfestplatte und ein Powerline-Adapterpaar dazu. Kein Wunder, dass viele wissen möchten, was dieses stille Dauerläufer-Netzwerk eigentlich kostet. Dieser Ratgeber gibt Ihnen realistische Größenordnungen statt erfundener Messwerte, zeigt, wie Sie daraus selbst eine Jahreshochrechnung machen, und benennt ehrlich, welche Sparmaßnahmen sich lohnen – und welche mehr Ärger bringen als Ersparnis.
Größenordnungen: Was die Geräte ungefähr ziehen
Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte aus den üblichen Herstellerangaben und den technischen Datenblättern der Gerätekategorien. Ihr konkretes Gerät kann darüber oder darunter liegen – ein einfaches Energiemessgerät für die Steckdose bringt Ihnen in einer Stunde mehr Klarheit als jede Tabelle. Entscheidend ist beim Dauerbetrieb ohnehin nicht der Spitzenwert, sondern der typische Verbrauch über den Tag.
| Gerät | Typische Leistungsaufnahme (ca.) | Was den Wert nach oben treibt |
|---|---|---|
| Einfacher DSL- oder Kabelrouter | ca. 5 bis 12 Watt | Mehrere Funkbänder, viele aktive LAN-Ports, angeschlossene USB-Geräte |
| Router mit Telefonanlage und vielen Funktionen | ca. 10 bis 20 Watt | DECT-Basis, Anrufbeantworter, USB-Festplatte, Mediaserver |
| Glasfaser-Router mit separatem Modem | ca. 12 bis 25 Watt für die Kombination | Zwei Geräte statt einem, zusätzliche optische Einheit |
| WLAN-Repeater | ca. 3 bis 8 Watt | Gleichzeitiger Betrieb auf zwei Bändern, dauerhaft hohe Last |
| Mesh-Knoten (je Satellit) | ca. 5 bis 12 Watt | Drei Funkbänder, LAN-Anschlüsse, leistungsstarke Modelle |
| Powerline-Adapter (Paar) | ca. 4 bis 12 Watt zusammen | WLAN-Funktion im Adapter, fehlende Standby-Automatik |
| Netzwerkswitch, klein | ca. 2 bis 8 Watt | Viele belegte Ports, hohe Portgeschwindigkeit, PoE-Versorgung |
| NAS mit einer oder zwei Festplatten | ca. 10 bis 30 Watt im Betrieb, weniger im Ruhezustand | Mehrere Platten, dauerhafte Zugriffe, deaktivierter Ruhemodus |
| TV-Streamingbox oder Set-Top-Box im Bereitschaftsmodus | ca. 1 bis 15 Watt je nach Modell | Schnellstart-Modus statt echtem Standby |
Sie sehen: Ein typischer Router allein bewegt sich im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Wattbereich. Auffällig wird es erst, wenn sich mehrere Geräte summieren – oder wenn eine Set-Top-Box im vermeintlichen Standby fast so viel zieht wie im Betrieb.
Von Watt zu Kilowattstunden: die Rechnung
Die Faustformel in drei Schritten
- Schritt 1: Leistungsaufnahme in Watt ermitteln – aus dem Datenblatt oder mit einem Energiemessgerät an der Steckdose.
- Schritt 2: Diesen Wert mit 8,76 multiplizieren. Das Ergebnis ist der Jahresverbrauch in Kilowattstunden bei Dauerbetrieb. Der Grund: Ein Jahr hat 8.760 Stunden, und 8.760 Wattstunden sind 8,76 Kilowattstunden.
- Schritt 3: Den Jahresverbrauch mit Ihrem eigenen Strompreis je Kilowattstunde multiplizieren. Den finden Sie auf Ihrer letzten Jahresabrechnung.
| Dauerleistung | Verbrauch im Jahr (gerundet) | Beispielhaft betroffene Geräte |
|---|---|---|
| 5 Watt | rund 44 kWh | Sparsamer Router, kleiner Repeater |
| 10 Watt | rund 88 kWh | Router mit Telefonie, Mesh-Knoten |
| 15 Watt | rund 131 kWh | Gut ausgestatteter Router, NAS im Leerlauf |
| 20 Watt | rund 175 kWh | Router plus zwei Repeater, kleines NAS |
| 30 Watt | rund 263 kWh | Komplettes Heimnetz mit NAS und Mesh |
| 45 Watt | rund 394 kWh | Ausgebautes Netz mit NAS, Switch, mehreren Knoten |
Ein reines Rechenbeispiel zur Einordnung – bitte ausdrücklich nicht als Preisangabe verstehen: Setzt man einen angenommenen Strompreis von dreißig Cent je Kilowattstunde an, ergäbe sich bei zehn Watt Dauerleistung ein jährlicher Betrag im niedrigen zweistelligen Bereich. Bei einem ganzen Heimnetz mit dreißig Watt läge man beim rund Dreifachen davon. Ihr tatsächlicher Betrag hängt vollständig von Ihrem eigenen Tarif ab, deshalb rechnen Sie den letzten Schritt bitte mit dem Wert von Ihrer Abrechnung.
Wo im Netzwerk der Strom wirklich hingeht
Wer sparen will, sollte die Reihenfolge kennen. In den meisten Haushalten sieht die Rangliste so aus: Ein durchlaufendes NAS mit mehreren Festplatten steht an der Spitze, gefolgt von Set-Top-Boxen mit Schnellstart-Modus, dann kommen mehrere Repeater oder Mesh-Knoten zusammengenommen, und erst danach der Router selbst. Powerline-Adapter werden oft unterschätzt, weil sie unauffällig hinter Möbeln stecken – ein Paar kann durchaus so viel ziehen wie ein sparsamer Router. Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Im Vergleich zu Kühlschrank, Wäschetrockner, Heizungspumpe oder einem älteren Fernseher ist das Heimnetz selten der große Posten auf der Rechnung. Wenn Sie ernsthaft Strom sparen möchten, sollten Sie zuerst dort nachsehen. Das Netzwerk lohnt sich trotzdem – vor allem, weil es sich einmal einrichten und dann dauerhaft vergessen lässt.
Was tatsächlich Strom spart
- Überflüssige Geräte abschaffen: Ein Repeater, der seit dem Umzug im Flur steckt und niemanden mehr versorgt, ist reine Dauerlast. Prüfen Sie ehrlich, welches Gerät noch gebraucht wird.
- Repeater durch bessere Aufstellung ersetzen: Oft löst ein anderer Standort des Routers – frei, mittig, nicht im Schrank oder hinter Metall – das Funkloch ganz ohne Zusatzgerät.
- WLAN-Zeitschaltung im Router nutzen: Viele Router können das Funknetz nachts abschalten und morgens automatisch wieder einschalten. Der Router selbst bleibt dabei an, spart aber die Funkmodule.
- Ungenutzte Funktionen abschalten: Ein zweites Funkband, das niemand nutzt, ein Gastnetz ohne Gäste oder eine nicht mehr benötigte DECT-Basis ziehen dauerhaft mit.
- NAS in den Ruhezustand schicken: Festplatten-Standby und ein Zeitplan für Ein- und Ausschalten wirken bei diesem Gerät am stärksten.
- Set-Top-Boxen und Streamingboxen vom Schnellstart auf echtes Standby stellen: Der Startvorgang dauert dann ein paar Sekunden länger, spart aber rund um die Uhr.
- Powerline durch ein Netzwerkkabel ersetzen: Wenn eine Leitung machbar ist, ist sie schneller, stabiler und verbraucht am Ende weniger.
- Ein sehr altes Gerät ersetzen: Ein zehn Jahre alter Router kann spürbar mehr ziehen als ein aktuelles, sparsameres Modell. Rechnen Sie aber nach, wie viele Jahre es braucht, bis sich die Anschaffung über den Stromverbrauch trägt – meist ist der Gewinn an Geschwindigkeit und Sicherheitsupdates das stärkere Argument.
Nachtabschaltung: Was dagegen spricht
Diese Folgen sollten Sie einkalkulieren
- Telefonie fällt aus: Bei Internettelefonie ist der Router die Telefonanlage. Ist er aus, sind Sie nachts nicht erreichbar – auch nicht im Notfall.
- Smart-Home und Alarmfunktionen verlieren die Verbindung: Kameras, Rauchmelder mit Meldefunktion, Heizungssteuerung und Türsensoren brauchen das Netz.
- Automatische Sicherungen und Updates laufen nicht: Viele Geräte erledigen genau nachts ihre Datensicherung und ihre Aktualisierungen.
- Bei DSL kann die Leitung gedrosselt werden: Häufige Trennungen deutet die Gegenstelle als Störung und setzt die Geschwindigkeit vorsorglich herab. Diese Absenkung bleibt oft eine Weile bestehen.
- Neustartzeit: Bis Router, Repeater und Mesh-Knoten morgens wieder vollständig verbunden sind, vergehen einige Minuten.
- Zeitschaltuhren mit eigenem Verbrauch: Eine mechanische Uhr braucht kaum etwas, eine smarte Steckdose zieht selbst dauerhaft Strom – und relativiert die Ersparnis.
Die deutlich bessere Variante ist fast immer die eingebaute WLAN-Zeitschaltung: Das Funknetz ruht nachts, die Grundfunktionen des Routers bleiben verfügbar, und die Leitung wird nicht getrennt. Viele Router bieten zusätzlich die Option, die Abschaltung zu unterdrücken, solange noch ein Gerät aktiv verbunden ist.
In sechs Schritten zur eigenen Zahl
- Alle dauerhaft laufenden Netzwerkgeräte auflisten: Router, Modem, Repeater, Mesh-Knoten, Switch, Powerline, NAS, Set-Top-Box, Drucker im Netzwerk
- Für jedes Gerät die Leistungsaufnahme suchen – Typenschild, Handbuch oder Produktdatenblatt des Herstellers
- Wo Angaben fehlen oder unrealistisch wirken, ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Gerät setzen und über mindestens einen Tag messen
- Alle Werte in Watt addieren und mit 8,76 multiplizieren, um den Jahresverbrauch in Kilowattstunden zu erhalten
- Das Ergebnis mit dem Strompreis von der eigenen Jahresabrechnung multiplizieren – nicht mit Werten aus dem Internet
- Die Liste durchgehen und jedes Gerät hinterfragen: Wird es noch gebraucht, kann es zeitgesteuert ruhen, lässt es sich ersetzen oder einsparen?
Ein Energiemessgerät für die Steckdose kostet wenig und ist die einzige Möglichkeit, belastbare Zahlen für Ihre eigene Ausstattung zu bekommen. Manche Stadtwerke und Verbraucherzentralen verleihen solche Geräte sogar kostenlos. Messen Sie über einen vollen Tag, damit Nutzungsspitzen und Ruhephasen mit einfließen. Unser Fazit: Ein WLAN-Router bewegt sich im Dauerbetrieb typischerweise im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Wattbereich und kommt damit auf einen Jahresverbrauch im Bereich einiger Dutzend Kilowattstunden. Das ist messbar, aber selten der große Posten auf Ihrer Stromrechnung. Wirklich spürbar wird es erst, wenn sich NAS, mehrere Repeater, Powerline-Adapter und eine Set-Top-Box mit Schnellstart addieren. Die wirksamsten Hebel sind deshalb: überflüssige Geräte abschaffen, das NAS und die Set-Top-Box in echte Ruhezustände schicken und die WLAN-Zeitschaltung statt der kompletten Nachtabschaltung nutzen.
Häufige Fragen
Wieviel Watt verbraucht ein WLAN-Router?
Ein einfacher DSL- oder Kabelrouter liegt typischerweise bei ca. 5 bis 12 Watt. Modelle mit integrierter Telefonanlage, DECT-Basis, USB-Festplatte oder drei Funkbändern kommen eher auf ca. 10 bis 20 Watt. Bei Glasfaseranschlüssen mit separatem Modem summieren sich beide Geräte auf ca. 12 bis 25 Watt. Die genaue Zahl für Ihr Gerät finden Sie im Datenblatt des Herstellers oder ermitteln Sie mit einem Energiemessgerät an der Steckdose.
Wieviel kWh verbraucht ein Router im Jahr?
Rechnen Sie mit der Faustformel: Leistungsaufnahme in Watt mal 8,76 ergibt den Jahresverbrauch in Kilowattstunden bei Dauerbetrieb, weil ein Jahr 8.760 Stunden hat. Ein Router mit 5 Watt kommt so auf rund 44 kWh, einer mit 10 Watt auf rund 88 kWh und einer mit 15 Watt auf rund 131 kWh. Ein komplettes Heimnetz mit Repeatern und NAS kann zusammen bei 250 kWh und mehr liegen.
Wieviel verbraucht ein WLAN-Router im Vergleich zu anderen Geräten?
Deutlich weniger, als die meisten vermuten. Kühlschrank, Wäschetrockner, Heizungspumpe, ein älterer Fernseher oder ein Gaming-Rechner liegen in aller Regel weit darüber. Der Router fällt nur deshalb auf, weil er nie ausgeschaltet wird. Wenn Sie ernsthaft Strom sparen wollen, prüfen Sie zuerst die großen Verbraucher – das Netzwerk ist ein sinnvoller, aber nachrangiger Posten.
Lohnt es sich, den Router nachts auszuschalten?
Meist nicht. Sie sparen einige wenige Watt, verlieren dafür aber die Erreichbarkeit per Internettelefonie, unterbrechen Smart-Home-Geräte, Kameras und nächtliche Sicherungen, und bei DSL kann die häufige Trennung dazu führen, dass die Leitung vorsorglich langsamer geschaltet wird. Die bessere Lösung ist die im Router eingebaute WLAN-Zeitschaltung: Das Funknetz ruht, die Leitung und die Telefonie bleiben aktiv.
Verbrauchen Repeater, Mesh-Knoten und Powerline viel Strom?
Einzeln nicht, in der Summe schon. Ein Repeater liegt bei ca. 3 bis 8 Watt, ein Mesh-Satellit bei ca. 5 bis 12 Watt und ein Powerline-Paar zusammen bei ca. 4 bis 12 Watt. Wer drei solcher Geräte betreibt, verdoppelt die Netzwerklast gegenüber dem Router allein. Prüfen Sie deshalb, ob jedes Gerät noch gebraucht wird – oft löst schon ein besserer Standort des Routers das Funkloch, für das der Repeater einmal angeschafft wurde.
Bringt ein neuer, sparsamerer Router genug Ersparnis für einen Neukauf?
Über den Stromverbrauch allein rechnet sich ein Neukauf meist erst nach vielen Jahren, weil die Differenz zwischen altem und neuem Gerät oft nur wenige Watt beträgt. Rechnen Sie das mit der Faustformel und Ihrem eigenen Strompreis selbst durch. Die stärkeren Argumente für einen Wechsel sind in der Regel andere: höhere Geschwindigkeit, bessere Reichweite, aktuelle WLAN-Standards und vor allem weiterhin gelieferte Sicherheitsupdates.