Software-Lizenz beim PC-Wechsel mitnehmen: Was erlaubt ist und wie es geht
Software-Lizenzen · 8 Min. Lesezeit · aktualisiert am 09. August 2026 · von Maximilian Heim
Retail, OEM oder Volumenlizenz – nicht jede Lizenz darf auf den neuen Rechner. Wie Sie den Typ bestimmen, Windows und Office korrekt übertragen und Stolpersteine vermeiden.
Ein neuer Rechner steht bereit, der alte hat noch ein Windows und ein Office darauf – lässt sich das einfach mitnehmen? Die Antwort hängt fast vollständig davon ab, welchen Lizenztyp Sie besitzen. Zwei äußerlich identische Windows-Installationen können unterschiedlichen Regeln unterliegen, je nachdem, ob die Lizenz einzeln gekauft oder mit dem Gerät ausgeliefert wurde. Dieser Ratgeber erklärt die Typen, zeigt, wie Sie Ihren eigenen bestimmen, und führt durch die Übertragung von Windows und Office.
Retail, OEM, Volumen: die drei Grundtypen
Der Lizenztyp entscheidet über die Übertragbarkeit, nicht der Preis und nicht die Frage, wie oft Sie das Programm benutzt haben. Eine Retail- oder Vollversion haben Sie separat erworben, sie ist an Sie gebunden und darf auf ein anderes Gerät umziehen, sofern sie auf dem alten entfernt wird. Eine OEM- oder Systembuilder-Lizenz kam dagegen mit dem Rechner und ist dauerhaft an dessen Mainboard gebunden – sie stirbt mit dem Gerät. Eine oft missverstandene Ausnahme: Ein Mainboardtausch wegen eines Defekts mit gleichwertigem Ersatzteil gilt in der Praxis meist als Reparatur, nicht als neues Gerät; ein Umzug auf einen komplett neuen Rechner ist damit aber nicht gedeckt. Volumenlizenzen schließlich sind für Organisationen gedacht und werden über zentrale Aktivierungswege verwaltet.
| Lizenztyp | Typische Herkunft | Übertragbar? | Was zu beachten ist |
|---|---|---|---|
| Retail / Vollversion | Einzeln gekauft, als Box oder Download | Ja | Auf dem alten Gerät entfernen, bevor Sie sie neu einsetzen |
| OEM / Systembuilder | Beim Kauf des Rechners vorinstalliert | Nein | An das Mainboard gebunden, bleibt beim ursprünglichen Gerät |
| Volumenlizenz | Firmen- und Bildungsverträge | Nur im Rahmen des Vertrags | Zentrale Aktivierung, Übertragung regelt der Vertrag |
| Microsoft-365-Abonnement | Laufendes Abo je Konto | Ja, unkompliziert | Gerät im Konto abmelden, auf dem neuen Rechner anmelden |
| Office als Einmalkauf | Separat gekaufte Version | Meist ja, einmalig | Lizenzbedingungen prüfen, erst deaktivieren, dann neu aktivieren |
| Office mit Gerät geliefert | Beim Notebook mitgeliefert | Nein | An das Gerät gebunden, wie eine OEM-Lizenz |
Welchen Typ habe ich überhaupt?
Lizenztyp bestimmen
- Windows: Eingabeaufforderung öffnen und slmgr /dli ausführen – der angezeigte Kanal nennt den Typ, meist RETAIL, OEM oder VOLUME; slmgr /dlv liefert mehr Details
- Windows: Unter Einstellungen, System, Aktivierung sehen Sie, ob eine digitale Lizenz vorliegt
- Office: In einer Office-Anwendung unter Datei, Konto den Produktnamen und Abo-Status ablesen
- Kaufbeleg suchen: Rechnungen von Einzelkäufen weisen auf Retail hin
- Gerät mit vorinstalliertem Windows ohne separate Rechnung deutet auf OEM hin
- Aufkleber am Gehäuse oder Netzteilfach mit Windows-Logo weist meist auf eine OEM-Lizenz hin
- Im Zweifel die einfache Frage: Gibt es eine eigene Rechnung, die nicht Teil des Gerätekaufs war? Falls ja, ist die Lizenz sehr wahrscheinlich übertragbar
Windows-Lizenz an das Microsoft-Konto binden
Der wichtigste vorbereitende Schritt kostet zwei Minuten und rettet später viel Nerven: Verknüpfen Sie Ihre Windows-Lizenz mit einem Microsoft-Konto, solange der alte Rechner noch läuft. Damit hinterlegt Microsoft die Berechtigung nicht nur beim Hardwareprofil, sondern auch bei Ihrem Konto. Bei einem späteren Wechsel können Sie die Lizenz dann über die Aktivierungs-Problembehandlung auf das neue Gerät ziehen – ohne diesen Schritt vorher fehlt genau diese Möglichkeit.
So verknüpfen Sie die Lizenz
- Auf dem alten Rechner Einstellungen öffnen, dann System und Aktivierung
- Falls dort ein lokales Konto angezeigt wird: Microsoft-Konto hinzufügen und anmelden
- Prüfen, ob die Statusmeldung anschließend die Verknüpfung mit dem Konto bestätigt
- Denselben Kontonamen notieren – bei mehreren Konten ist genau dieses später nötig
- Auf dem neuen Rechner mit demselben Microsoft-Konto anmelden
- Unter Aktivierung die Problembehandlung starten und die Option wählen, dass die Hardware geändert wurde
- Aus der Geräteliste den alten Rechner auswählen und die Aktivierung bestätigen
- Reihenfolge beachten: Das alte Gerät zurücksetzen oder vom Netz nehmen, bevor Sie die Lizenz weiterverwenden – sie berechtigt zur Nutzung auf einem Gerät, nicht auf zweien
Office deaktivieren und neu aktivieren
Bei Office hängt der Weg davon ab, ob Sie ein Abonnement oder einen Einmalkauf haben. Beim Abonnement ist es unkompliziert: Sie melden das alte Gerät in Ihrem Microsoft-Konto ab, installieren Office auf dem neuen Rechner und melden sich dort an. Die Zuordnung erledigt das Konto, ein Schlüssel wird nicht gebraucht. Beim Einmalkauf müssen Sie den Umzug bewusster durchführen, weil die Lizenz meist nur eine begrenzte Zahl von Aktivierungen erlaubt.
Ablauf beim Wechsel
- Abonnement: Im Microsoft-Konto unter Dienste und Abonnements das alte Gerät abmelden
- Abonnement: Auf dem neuen Rechner Office installieren und mit demselben Konto anmelden
- Einmalkauf: Zuerst prüfen, ob der Produktschlüssel im Konto hinterlegt ist
- Einmalkauf: Office auf dem alten Rechner über die Systemsteuerung sauber deinstallieren
- Einmalkauf: Auf dem neuen Rechner installieren und mit dem Schlüssel oder über das Konto aktivieren
- Meldet die Aktivierung ein Limit, den Microsoft-Support kontaktieren – die Zurücksetzung ist ein Standardvorgang
- Vorlagen, Signaturen, Autokorrektur-Einträge und Wörterbücher vorher aus den lokalen Profilordnern kopieren – sie ziehen nicht automatisch mit
Häufige Stolpersteine
Vor dem Gerätewechsel abhaken – die meisten Probleme entstehen durch fehlende Vorbereitung
- Lizenztyp bestimmt – Windows über slmgr /dli, Office unter Datei und Konto
- Windows-Lizenz mit dem Microsoft-Konto verknüpft, solange der alte Rechner noch läuft
- Zugangsdaten zum Microsoft-Konto geprüft und Zwei-Faktor-Verfahren funktionsfähig
- Produktschlüssel und Kaufbelege gesammelt und an einem sicheren Ort abgelegt
- Weitere Programme durchgegangen: Auch Bildbearbeitung, Steuersoftware und Antivirus haben eigene Regeln
- Bei Programmen mit Aktivierungsgrenze: auf dem alten Gerät deaktivieren statt nur zu löschen
- Persönliche Einstellungen gesichert: Vorlagen, Signaturen, Wörterbücher, Browser-Lesezeichen
- Alten Rechner erst nach erfolgreicher Aktivierung des neuen zurücksetzen oder weitergeben
Denken Sie über Windows und Office hinaus. Viele Programme – Bildbearbeitung, Steuersoftware, Sicherheitspakete, Musiksoftware – arbeiten mit einer begrenzten Zahl gleichzeitiger Aktivierungen. Bei ihnen genügt es nicht, das Programm zu deinstallieren; oft gibt es im Hilfe- oder Kontomenü einen ausdrücklichen Punkt zum Deaktivieren oder Abmelden des Geräts. Wer diesen Schritt überspringt, verbrennt eine Aktivierung und muss sich später an den Support wenden. Ein zweiter häufiger Stolperstein sind sehr günstige Schlüssel aus unklaren Quellen: Volumen- oder Bildungsschlüssel, die außerhalb ihres Vertrags weitergegeben werden, funktionieren manchmal zunächst und werden später serverseitig gesperrt. Achten Sie beim Kauf auf einen Händler mit ordentlicher Rechnung, nachvollziehbarem Sitz und erreichbarem Support.
Was Käufer zum Thema Hardwarewechsel berichten
Fremderfahrung, kein eigener Test.
Genau dieser Fall taucht in öffentlichen Bewertungen regelmäßig auf: Der Schlüssel läuft monatelang, und nach einem Mainboard-Wechsel meldet Windows oder Office plötzlich ein Lizenzproblem. Wir haben dort nicht selbst bestellt – die folgenden Angaben stammen aus fremden Bewertungen, mit Note, Anzahl und Stichtag zum Nachprüfen.
SoftwareBilliger
3,1 von 5 bei 430 Bewertungen. Quelle: Trustpilot, abgerufen am 9. August 2026.
Sterneverteilung: 5 Sterne 53 %, 4 Sterne 5 %, 3 Sterne 1 %, 2 Sterne 3 %, 1 Stern 38 %.
Der Shop lädt nicht zu Bewertungen ein. Das Profil ist nicht beansprucht.
Was gelobt wird
- Der Preis ist das am häufigsten genannte Argument.
- Zustellung des Schlüssels teils schon nach einer Viertelstunde.
- Einzelne Käufer loben den Support ausdrücklich für seine Lösungsbereitschaft.
Was bemängelt wird
- Berichte über Lizenzen, die nach einem Mainboard-Wechsel nicht mehr galten.
- Rücksendungen und Reklamationen werden als umständlich beschrieben.
- Der Support wird in einem Teil der Bewertungen als schwer erreichbar geschildert.
Unsere Einordnung: Das ist die auffälligste Verteilung im Vergleich: 53 Prozent vergeben fünf Sterne, 38 Prozent nur einen – dazwischen liegt fast nichts. So etwas heißt meist, dass es sehr gut oder sehr schlecht läuft, je nachdem ob der Schlüssel dauerhaft hält. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Das Profil ist nicht beansprucht und der Shop lädt niemanden zu Bewertungen ein. Trustpilot weist deshalb selbst darauf hin, dass die Bewertungen möglicherweise nicht repräsentativ sind – wer von allein schreibt, hat öfter Ärger als Freude im Sinn.
Grundlage: Sterneverteilung und die von Trustpilot hervorgehobenen Bewertungen, abgelesen am 9. August 2026.
Lizenzexpress
4,8 von 5 bei 93 Bewertungen. Quelle: Trustpilot, abgerufen am 9. August 2026 · Herford, Deutschland.
Sterneverteilung: 5 Sterne 92 %, 4 Sterne 3 %, 3 Sterne 2 %, 2 Sterne 0 %, 1 Stern 3 %.
Der Shop lädt nicht zu Bewertungen ein. Das Profil wird vom Shop betreut.
Was gelobt wird
- Schlüssel und Rechnung kommen überwiegend innerhalb weniger Minuten per E-Mail.
- Der Support wird auch dann als geduldig beschrieben, wenn das Problem am eigenen Rechner lag.
- Mehrere Bezahlwege statt nur einem.
Was bemängelt wird
- Einzelne Berichte über Schlüssel, die sich online nicht aktivieren ließen – die Aktivierung lief dann über die Microsoft-Hotline.
- Vereinzelt Ärger, wenn die gekaufte Version nicht zur vorhandenen Windows-Ausgabe passte.
Unsere Einordnung: Der Schnitt ist hoch, die Basis mit 93 Bewertungen aber schmal – wenige unzufriedene Käufer würden ihn spürbar bewegen. Positiv für die Absicherung: Der Firmensitz liegt in Deutschland, damit gelten deutsches Widerrufs- und Gewährleistungsrecht ohne Umweg.
Grundlage: Sterneverteilung und die von Trustpilot hervorgehobenen Bewertungen, abgelesen am 9. August 2026.
Wenn Ihre alte Lizenz nicht mitziehen darf, brauchen Sie für den neuen Rechner eine eigene. Beim Partnershop finden Sie Windows- und Office-Lizenzen mit Rechnung und deutschsprachigem Support.
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Häufige Fragen
Darf ich meine Windows-Lizenz auf einen neuen PC übertragen?
Das hängt vom Typ ab. Eine Retail-Lizenz, die Sie separat gekauft haben, darf auf ein anderes Gerät umziehen, sobald sie auf dem alten entfernt ist. Eine OEM-Lizenz, die mit dem Rechner geliefert wurde, ist dauerhaft an dieses Gerät gebunden und darf nicht mitgenommen werden. Welchen Typ Sie haben, zeigt der Befehl slmgr /dli in der Eingabeaufforderung.
Was passiert, wenn ich das Mainboard tausche?
Windows betrachtet ein neues Mainboard in der Regel als neues Gerät und meldet die Aktivierung als ungültig. Ist Ihre Lizenz vorher mit einem Microsoft-Konto verknüpft worden, holen Sie sie über die Problembehandlung unter Aktivierung zurück, indem Sie das alte Gerät aus der Liste wählen. Ohne diese Verknüpfung bleibt nur der Weg über den Microsoft-Support.
Muss ich Office auf dem alten Rechner deaktivieren?
Beim Microsoft-365-Abonnement genügt es, das alte Gerät im Konto abzumelden. Bei einer Einmalkauf-Version sollten Sie Office auf dem alten Rechner sauber deinstallieren, bevor Sie es neu aktivieren, da die Zahl der Aktivierungen begrenzt ist. Meldet die Aktivierung trotzdem ein erreichtes Limit, kann der Microsoft-Support den Zähler zurücksetzen – das ist ein üblicher Vorgang.
Wie finde ich meinen Produktschlüssel wieder?
Bei einer digitalen Lizenz brauchen Sie in der Regel gar keinen Schlüssel, weil die Berechtigung an Hardwareprofil und Konto hängt. Gekaufte Schlüssel finden Sie in der Bestellbestätigung des Händlers, im Kundenkonto des Shops oder unter Dienste und Abonnements im Microsoft-Konto. Bei vorinstallierten Systemen ist der Schlüssel häufig fest im UEFI hinterlegt und wird bei einer Neuinstallation automatisch gelesen.
Was ist mit anderen Programmen wie Bildbearbeitung oder Steuersoftware?
Auch hier gelten oft Aktivierungsgrenzen, meist zwei Geräte gleichzeitig. Viele Hersteller bieten im Hilfe- oder Kontomenü einen ausdrücklichen Punkt zum Deaktivieren an. Nutzen Sie diesen, bevor Sie das Programm deinstallieren, sonst bleibt die Aktivierung dem alten Gerät zugeordnet und Sie müssen sie über den Support freigeben lassen.
Kann ich meine Lizenz verkaufen, wenn ich sie nicht mehr brauche?
Bei einzeln gekauften Vollversionen ist der Weiterverkauf in der EU grundsätzlich zulässig, wenn Sie die Software auf Ihrem Gerät vollständig entfernen und keine Kopie behalten. OEM-Lizenzen dagegen gehören zum Gerät und können nur zusammen mit ihm weitergegeben werden. Abonnements sind an das Konto gebunden und lassen sich nicht verkaufen.