Heizkosten sparen mit Gasheizung: Was laut Umweltbundesamt wirklich wirkt
Energie · 6 Min. Lesezeit · aktualisiert am 3. Oktober 2026 · von Maximilian Heim
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Richtige Temperatur, Absenken bei Abwesenheit, Stoßlüften und eine gut eingestellte Heizung: Die Maßnahmen mit Belegen, was sie bringen und was Sie als Mieter oder Eigentümer selbst in der Hand haben.
Die kurze Antwort
Am meisten bringt die Temperatur, die Sie einstellen, und wie Sie lüften. Beides kostet nichts. Dazu kommen kleine Anschaffungen wie programmierbare Thermostate und, für Eigentümer, eine gut eingestellte Heizung. Ein günstigerer Gastarif senkt die Kosten zusätzlich, ohne dass Sie weniger heizen.
Das Wichtigste in Kürze
- Richtwert des Umweltbundesamts: höchstens 20 °C im Wohnbereich, 18 °C in der Küche, 17 °C im Schlafzimmer, sofern es behaglich ist.
- Nachts und bei Abwesenheit auf etwa 18 °C absenken, bei einigen Tagen Abwesenheit auf 15 °C.
- Programmierbare Thermostate können laut Umweltbundesamt etwa 10 % Energie sparen.
- Stoßlüften statt Kippen: im Winter fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster, Heizkörper dabei abdrehen.
- Laut Heizspiegel lassen sich allein durch richtiges Heizen und Lüften bis zu 10 % Energie sparen.
Die richtige Temperatur
| Raum oder Situation | Richtwert |
|---|---|
| Wohnbereich | höchstens 20 °C |
| Küche | 18 °C |
| Schlafzimmer | 17 °C |
| Nachts oder einige Stunden weg | etwa 18 °C |
| Einige Tage weg | 15 °C |
Quelle: Umweltbundesamt: Heizen, Raumtemperatur, abgerufen am 03.10.2026. Entscheidend ist die individuelle Behaglichkeit.
Laut Umweltbundesamt entspricht die mittlere Stufe am Thermostatkopf, meist Stufe 3, etwa 20 °C. Das Thermostat hält die Temperatur und drosselt die Heizung, wenn die Sonne in den Raum scheint. Zu wenig heizen ist aber auch nicht gut: Es wird ungemütlich und die Schimmelgefahr steigt.
Thermostate und Absenkung
- Programmierbare Thermostate heizen nur zu den eingestellten Zeiten. Laut Umweltbundesamt sparen sie etwa 10 % Energie.
- Ungenutzte Räume: Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr lohnt laut Umweltbundesamt das Herunterdrehen in Räumen, die Sie gerade nicht nutzen.
- Zentrale Absenkung: Moderne Heizungsanlagen können die Temperatur nachts zentral absenken. Fragen Sie Ihren Heizungsbauer oder Vermieter, ob das eingestellt ist.
Richtig lüften
- Mehrmals täglich stoßlüften, am besten mit gegenüberliegenden Fenstern
- Im Winter fünf bis zehn Minuten reichen
- Heizkörper beim Lüften abdrehen
- Nicht dauerhaft kippen: Das ist wenig wirksam, verschwendet Heizenergie und fördert Schimmel am Fensterrand
- Nach Kochen, Duschen und Wäschetrocknen lüften
- In schlecht gedämmten Wohnungen die Luftfeuchte im Winter unter 50 % halten; ein Hygrometer hilft
Alle Punkte laut Umweltbundesamt. In einem Vier-Personen-Haushalt gelangen täglich etwa zwölf Liter Wasser in die Raumluft, deshalb ist Lüften in der Heizsaison unverzichtbar.
Für Eigentümer: die Heizung selbst
- Wartung: Das Umweltbundesamt rät, die Heizungsanlage regelmäßig zu warten und zu erneuern.
- Hydraulischer Abgleich und Heizungsoptimierung: Für Gebäude mit Gasheizung schrieb eine Verordnung von 2022 eine Heizungsoptimierung vor, in größeren Gebäuden auch einen hydraulischen Abgleich. Seit September 2024 gilt das laut Umweltbundesamt über das Gebäudeenergiegesetz nur noch für Gebäude mit mehr als sechs Wohnungen. Sinnvoll sein kann er auch darunter (Einschätzung): Er verteilt das Heizwasser gleichmäßig auf alle Heizkörper.
- Wärmeschutz: Undichte Türen und Fenster abdichten, den Wärmeschutz des Gebäudes auf den aktuellen Stand bringen.
Was das in Euro bringt
Laut Heizspiegel 2026 haben rund 90 % der Haushalte noch Sparpotenzial, im Schnitt etwa 465 € im Jahr in einer Wohnung und 1.000 € in einem Einfamilienhaus. Schon richtiges Heizen und Lüften und weniger Warmwasser können den Energieverbrauch um bis zu 10 % senken.
| Heizkosten im Jahr | 10 % weniger Verbrauch |
|---|---|
| 1.120 € (70 m² Wohnung, Prognose 2026) | rund 112 € |
| 1.930 € (130 m² Haus, Prognose 2026) | rund 193 € |
Eigene Rechnung mit den Durchschnittskosten aus dem Heizspiegel 2026; vereinfacht, weil der Grundpreis nicht sinkt.
Wie Ihr Verbrauch im Vergleich liegt: Gasverbrauch: Was ist normal?. Was der CO₂-Preis dazu beiträgt: CO₂-Preis 2026 beim Gas. Und wenn Sie noch nie den Gasanbieter gewechselt haben: Aus der Grundversorgung wechseln.
Neben weniger Verbrauch: günstigeren Gastarif finden
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Quellen
- Umweltbundesamt: Heizen, Raumtemperatur (aktualisiert 24.10.2023)
- co2online: Heizspiegel für Deutschland 2026 (22.09.2026)
Abgerufen am 03.10.2026. Preise, Tarife und Bedingungen können sich ändern; maßgeblich ist die Angabe des Anbieters beim Abschluss.
Häufige Fragen
Welche Raumtemperatur ist zum Sparen richtig?
Das Umweltbundesamt nennt höchstens 20 °C im Wohnbereich, 18 °C in der Küche und 17 °C im Schlafzimmer, sofern es behaglich ist.
Lohnt es sich, die Heizung nachts herunterzudrehen?
Ja. Das Umweltbundesamt empfiehlt, nachts und bei einigen Stunden Abwesenheit auf etwa 18 °C abzusenken, bei einigen Tagen Abwesenheit auf 15 °C.
Wie viel sparen programmierbare Thermostate?
Laut Umweltbundesamt etwa 10 % Energie, weil sie nur zu den eingestellten Zeiten heizen.
Wie lüfte ich im Winter richtig?
Mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten stoßlüften, Heizkörper dabei abdrehen. Gekippte Fenster verschwenden Energie und fördern Schimmel.
Ist ein hydraulischer Abgleich Pflicht?
Laut Umweltbundesamt gilt die Pflicht seit September 2024 über das Gebäudeenergiegesetz nur für Gebäude mit Gasheizung und mehr als sechs Wohnungen.