Dynamischer Stromtarif: Für wen er sich lohnt und was der Smart Meter kostet

Energie · 7 Min. Lesezeit · aktualisiert am 3. Oktober 2026 · von Maximilian Heim

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Seit 2025 muss jeder Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten. Der Preis folgt der Börse, oft im Viertelstundentakt. Wer davon profitiert, wer eher draufzahlt und welche Kosten für den Smart Meter anfallen.

Die kurze Antwort

Ein dynamischer Tarif lohnt sich, wenn Sie viel Strom zeitlich verschieben können, etwa beim Laden eines Elektroautos oder mit einer Wärmepumpe. Wer nur Kühlschrank, Herd und Fernseher betreibt, kann kaum etwas verlagern und trägt trotzdem das Risiko teurer Stunden. Für diese Haushalte ist ein Festpreistarif in der Regel die ruhigere Wahl.

Das Wichtigste in Kürze

So funktioniert ein dynamischer Tarif

Wie viel lässt sich sparen? Ein Rechenweg

Von den 37,0 Cent, die eine Kilowattstunde 2026 im Haushalt durchschnittlich kostet, entfallen laut BDEW 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Nur der Beschaffungsanteil bewegt sich mit der Börse. Daraus ergibt sich dieser Rechenweg:

AnnahmeBeispiel
Verschiebbarer Verbrauch (z. B. E-Auto laden)2.000 kWh im Jahr
Börsenpreis in den gewählten Stunden günstiger um5 Cent je kWh
Ersparnis inkl. 19 % Mehrwertsteuerknapp 6 Cent je kWh
Ersparnis im Jahrrund 119 €
abzüglich Smart Meter (laufend, bis 6.000 kWh)bis zu 30 € im Jahr

Eigene Beispielrechnung mit angenommenen Werten, keine Prognose. Ob die Ersparnis eintritt, hängt von den Börsenpreisen und Ihrem Verhalten ab. Kosten des Smart Meters: § 30 Abs. 3 und § 35 MsbG.

Der Rest des Haushaltsverbrauchs läuft ebenfalls zum Börsenpreis. In teuren Stunden, häufig an Winterabenden, kann er mehr kosten als im Festpreistarif (Einschätzung). Wie sich die Großhandelspreise entwickeln, zeigt die Bundesnetzagentur auf SMARD.

Für wen er passt

Ihr HaushaltUnsere Einschätzung
Wohnung, keine großen Verbrauchereher Festpreis; wenig verschiebbar
E-Auto, Laden meist nachts oder mittags möglichdynamisch kann sich lohnen
Wärmepumpe mit Speicher oder Pufferdynamisch kann sich lohnen
Batteriespeicher mit Steuerungdynamisch kann sich lohnen
Sie wollen sich nicht kümmernFestpreis

Einschätzung nach Verbraucherzentrale (Stand 06.10.2025).

Der Smart Meter: Einbau und Kosten

Vor dem Abschluss prüfen

Wenn Ihnen ein Festpreis lieber ist: Große Lieferanten mit mehr als 200.000 Kunden müssen auch einen Festpreisvertrag mit mindestens zwölf Monaten Preisgarantie für ihren eigenen Preisanteil anbieten (§ 41a Abs. 4 EnWG). Wie viel Strom Ihr Haushalt normalerweise braucht, steht in Stromverbrauch: Was ist normal?.

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Häufige Fragen

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Ein Tarif, dessen Arbeitspreis dem Börsenpreis folgt, in der Regel in 15-Minuten-Schritten. Steuern, Umlagen und Netzentgelte bleiben fest. Sie brauchen dafür ein intelligentes Messsystem.

Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Laut Verbraucherzentrale vor allem für Haushalte mit hohem, zeitlich verschiebbarem Verbrauch: Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher. Für normale Haushalte überwiegt meist das Risiko steigender Preise.

Muss jeder Anbieter dynamische Tarife anbieten?

Ja, seit dem 1. Januar 2025 alle Stromlieferanten, sofern Sie ein intelligentes Messsystem haben (§ 41a Abs. 2 EnWG).

Was kostet der Smart Meter?

Beim Einbau auf eigenen Wunsch gelten einmalig bis 100 € als angemessen (§ 35 MsbG), danach bei bis zu 6.000 kWh Jahresverbrauch höchstens 30 € im Jahr (§ 30 Abs. 3 MsbG).

Kann der Strom mit dynamischem Tarif teurer werden?

Ja. In Stunden mit hohen Börsenpreisen zahlen Sie mehr als im Festpreistarif. Wer seinen Verbrauch nicht verschieben kann, trägt dieses Risiko ohne Ausgleich.